06.06.2008 - Deutscher Patriotismus

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04.05.
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Zur Fußball WM 2006 zeigten die Deutschen mit ihren Fahnung und Fanartikeln zum ersten Mal seit Langem, dass sie stolz sind Deutsche zu sein. Claudia Jobst, der Jugendkoordinatorin der Linkspartei in Sachsen war dies allerdings ein Dorn im Auge und sie fürchtet, dass sich Ähnliches zur EM 2008 wiederholen könnte.

Im "Focus" schrieb sie, dass es sie "ankotze", wenn Deutsche sich als stolz zeigten in unserer Bundesrepublik zu wohnen, da hier schließlich immer noch Armut und Rassismus herrschten.

Bereits 2006 sorgte Julia Bonk, die heute ebenfalls bei der Linkspartei ist, mit einer "Tausche drei Deutschland-Fahnen gegen ein PDS T-Shirt"-Aktion für Diskussionen. Sie sagte damals, dass diese Fahnen „auf Ausgrenzung basierende nationale Zusammengehörigkeit“ symbolisieren würden und dass die Verbrechen des nationalsozialischen Deutschland "singulär" seien.


Autor:
Lisa

Quelle:
www.focus.de



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Kommentare
Darf man Deutschland-Flaggen zeigen oder nicht?

Soweit ich weiß war Schwarz-Rot-Gold bei den Nazis verhasst, oder habe ich da was falsch?
Lisa am 06.06.2008 12:36
Man sollte schoen die Kirche im Dorf lassen ... ich persoenlich weiss sehr wohl ueber unsere Geschichte bescheid ... und ich weiss auch, was Deutschland oder viel mehr das "Deutsche Reich" den Menschen angetan hat. Aber Deutschland oder die Menschen hier im Moment kaempfen doch auch weiter gegen den Rassimus an. Und darauf kann man doch schon "stolz" sein. Es ist schwierig das Wort "stolz" ueberhaupt zu gebrauchen, weil man meistens dann generell als Nazi abgestempelt wird ... Die deutsche Fahne wie sie im Moment ist, ist meiner Meinung kein Symbol der Nazis, sondern eher der Wechsel von dem ganzen Scheiss weg.

Und Armut? Die Frau kann hier gerne bei uns im Haus kostenlos uebernachten und sich bitte anschauen was Armut ist hier Afrika. Echte Armut ist fuer mich imme rnoch, wenn Menschen hungern muessen und das ist in Deutschland wohl eher nicht der Fall.

Sicher gibt es auch immer noch / wieder neue Idioten, die politisch stark rechts angesiedelt sind, aber wegen ein paar Idioten das ganze Land wieder ueber einen Kamm zu scheren macht keinen Sinn.

Meiner Meinung sind es gerade diese Leute wie diese oben genannte Frau, die es Deutschland schwer machen sich vom Rechten Dreck Gedankengut zu befreien, indem sie immer wieder alle Aktionen / Gedanken nach rechts einordnen wollen.

Die Geschichte darf nicht verdraengt und nicht vergessen werden! Absolut nicht! Nur was soll ich z.B. machen? Mich staendig und immer wieder bei allen Menschen entschuldigen, weil die Eltern meiner Grosseltern vermutlich Hitler gewaehlt haben? Und bis zu welcher Generation dann? Es ist wichtig, dass Deutschland die Geschichte _niemals_ vergisst und sich damit ausandersetzt und sich vorwaerts bewegt!

Und gerade wenn jemand beim Fussball oder halt Sport allgemein die Fahne seiner Mannschaft zeigt, macht das fuer mich noch lange keinen Nazi aus.

Und ja ... ich werde auch bei den Spielen der EM eine Deutschland hier mitten in Suedafrika dabei haben ... alle anderen Laender machen es ja schliesslich auch.
Michael am 06.06.2008 13:25
das ist jedermanns eigene Entscheidung. Mich persönlich nerven diese deutschlandfahnen, wie sie jetzt wieder überall zu sehen sind, schon. Vorallem aber auch der Hintergrund, dass es sich dabei um eine Sportart handelt. Wenn das Zugehörigkeitsgefühl bei wichtigeren Dingen auch so stark ausgeprägt wäre, dann würde man wesentlich mehr verändern und verbessern können, aber leider scheint Fussball da die größere Anziehungskraft zu haben...
Aber zurück zu den Fahnen: Ich sehe für mich keinen grund so eine Fahne rauszuhängen, da ich weder an der EM interessiert bin noch stolz auf mein Land bin auf grund von Sozialen und Gesellschaftlichen Problemen, die erst behoben werden müssen, ehe ich sagen kann, wir können jetzt stolz auf uns sein. Das die lage in Afrika ganz anders aussieht ist klar, aber auch das ist ein Stück weit unser "Verdienst" also wieder ein grund nicht unbedingt stolz auf sein Land zu sein. (okay, Deutschland hat beim Kolonialismus eine untergeordnete Rolle gespielt, hat aber dafür in der zeit des postkolonialismus ordentlich abgesahnt)
Ich würde eher die Rote Fahne hängen lassen, als Zeichen des Internationalismus, der keine Grenzen kennt sondern sagt: Mensch ist Mensch. Ich denke, dass dieses Nationalbewusstsein Grenzen schafft, wo eig gar keine Grenzen sind. Da prügeln sich frustierte Fussballfans, wegen so einem Quatsch, da wird ein Zugehörigkeits bzw. Ausgrenzungsgefühl geschaffen, vor dem keiner gefreit ist. Ich finde das Buch oder den Film "Die Welle" da sehr passend. Sie zeigt sehr gut wie aus Zugehörigkeit, was ja sehr posetiv ist, Ausgrenzung wird. Diese beiden sachen hängen nunmal untrennbar miteinander zusammen.
Diese Grenzen bestehen nur in den köpfen der menschen, sind also völlig subjektiv und hätten ganz anders ausfallen können oder gar nicht vorhanden sein brauchen. Das ist der Hauptgrund für mich, warum ich mich mit diesem ganzen Fahnengehabe nicht identifizieren kann.
Das die Frau von der Linkspartei damit Probelem hat ist wohl damit zu erklären, dass sie als Links-Sozialisten auch Internationalisten ist, also generell ein Weltbild vertritt in der Nationen im Grunde als überflüssig und problemerzeugend angesehen werden. Diese Ansicht kann ich sehr wohl teilen. Unsere geschichte, wie ich finde, sollte bei der ganzen debatte keine große Rolle spielen, weil dies meiner Meinung nach 2 verschiedene paar Schuhe sind. Man kann geschichtsbewusst leben und trotzdem Fahne zeigen, wenns einen denn glücklich macht.
Und leider belässt sich das Nationalbewusstsein nicht nur aufm Fussballplatz sondern wird weiter getragen, Konflikte sind dann vorprogrammiert. Das soll aber nicht heißen, dass jetzt zur EM mehr Konflikte entstehen werden als sonst.
Im Endeffekt: Jeder soll es selber entscheiden, ob er oder sie daran spaß hat. ich bin froh wenn das ganze kasperle-theater ein ende gefunden hat.
Kolibri am 06.06.2008 16:13
Nein ... die Frau vertritt die Meinung, dass Deutsche aufgrund ihrer Geschichte (und sie meint damit ausschließlich die Nazizeit) keinen Grund haben zu ihrem Land zu stehen ... und das ist nicht richtig.

Jeder kann und soll selbst entscheiden wie er zu seinem Land steht und wenn er ein anderen Weltbild hat in dem keine Nationen vorkommen ... ok ... aber nicht öffentlich behaupten, andere hätten kein Recht und keinen Grund ihre Meinung so zu vertreten, wie sie es möchten!

Nationalbewusstsein bedeutet auch nicht, dass Konflikte vorprogrammiert sind. Ich kann mir meine eigenen Nation absolut bewusst sein und trotzdem friedlich mit anderen Menschen zusammen leben ... egal ob die aus dem gleichen Land kommen und es anders sehen oder halt aus anderen Ländern ...

Nationalbewusstsein im Bezug auf "Grenzen schaffen wo keine sind" und Fußball ansich hat dann wieder gar nichts mit einander zu tun. Man hat halt bei Sportarten verschiedenen Teams, ob es nun 2 verschiedene Farben, Dörfer, Cliquen oder Länder sind ist egal.

Auch kann ich die "Welle" in der Thematik "Zugehörigkeit zu einem Fußballverein" auch nur extrem begrenzt wieder erkennen und hier absolut nicht passend.
Michael am 06.06.2008 16:32
Ähmm... es handelt sich um zwei verschiedene Frauen, vielleicht ist das in der News nicht ganz deutlich rübergekommen.
Lisa am 06.06.2008 17:12
Im "Focus" schrieb sie, dass es sie "ankotze", wenn Deutsche sich als stolz zeigten in unserer Bundesrepublik zu wohnen, da hier schließlich immer noch Armut und Rassismus herrschten.

naja, hier wird noch ein anderer grund aufgeführt, weshalb die erste Dame aus Sachsen dagegen ist, also nicht nur unsere Vergangenheit. (die meiner meinung nach, wie schon gesagt, kein Grund ist)
Es geht bei der Debatte ja nicht um Fussball, Fussball ist der Auslöser der Debatte. Ich finde halt nur, dass Nationalbewusstsein eine schlechte Eigenschaft des Menschen ist, welche nicht gefördert werden sollte, ohne jm. verbieten zu wollen, nicht mehr nationalbewusst zu sein.
Außerdem wollen sie ja auch niemandem verbieten seine Fahne raushängen zu lassen, sie vertreten nur ihre Meinungen die sich auf ihr Weltbild von einer Welt ohne Grenzen stützt, weshalb die Linke im allgemeinen international und nicht national geprägt ist. Im übrigen finde ich es lächerlich, wegen einer Sportart so einen Terz zu machen, genauso wie diese ganze Debatte eig. lächerlich ist. Zugegeben, die Genossinnen haben mit ihrer Aktion etwas übertrieben, aber auch ich kann nur mit dem Kopf schütteln, bei all den Fahnen.
Das Beispiel die Welle ist denke ich an dieser Stelle sehr passend, zudem beim neuen Film sogar das Thema Fussball WM 06 mit der Deutschlandfahnen-Debatte aufgegriffen wird um das Thema im Unterricht (im neuen Film) einzuleiten.
Das ist jetzt ohnehin eine debatte, bei der es kein richtig oder falsch gibt, es ist reine Ansichtssache.
Naja, abschließend erinnere ich an die festen Vorhaben vieler Leute aus meinem Jahrgang in Zukunft nicht mehr zum Italiener zum Pizzaessen zu gehn, zum Glück schmeckte die Pizza den allermeisten dann doch zu gut als dass sie lange eisern blieben. Da wurde der Frust auf die Pizzabäcker übertragen.
Kolibri am 06.06.2008 17:48
Meine Fahne hängt auch schon und ich zeige damit Soldarität für die deutsche Fußball-Mannschaft und nicht für unsere Vergangenheit. Natürlich darf man die Geschichte nie vergessen, aber man muss irgendwie und irgendwann mal nur "Normalität" zurückkehren und ich hoffe, dass alle anderen dann auch verstehen warum unsere Fahnen wehen
Luck Ee am 08.06.2008 10:27
Angst vor einer neuen Nazi-Diktatur brauchen unsere Nachbarn nicht haben, nur weil n paar Fahnen wehen.
Schade, ich würde mir Solidarität bei wichtigen Dingen wünschen als bei Fussball. Das sind doch nur ein paar viel zu gut bezahlte Sportler. Man sollte auch hier Beschränkungen einführen oder 60% Steuern auf ihre Verdienste erheben, damit die mal wieder auf den Boden der Realität zurückfinden.
Kolibri am 08.06.2008 15:00
Naja, die Sportler verdienen ja auch viel über Werbung oder den Verkauf von Fanartikeln. Da ist die Gesellschaft schon selbst dran Schuld wenn die so viel Geld bekommen.

Fan einer Mannschaft zu sein heißt ja nicht, dass man nicht für andere Themen auch Solidarität entwickeln bzw. zeigen kann. Wir haben gestern in Kapstadt in einem deutschen Biergarten das Spiel verfolgt (weil es sonst nirgends ausgestrahlt wird). Unter den ganzen Deutschen sind auch viele Auswanderer, die mit Sicherheit nicht alle von der deutschen Politik begeistert sind, sich aber trotzdem für die deutsche Fußball-Mannschaft interessieren...
Lisa am 09.06.2008 14:03
Hier haben eigentlich mehr das Land und die Mannschaft die gleiche fahne ... mehr ist es nicht ... darum laesst sich da weder ne politische Botschaft dran festmachen, noch sonst irgendwas, was mit dem Land zu tun hat ... geschweige denn Patriotismus ... eventuell traegt es dann zu bei, dass manche Leute den Begriff "Deutschland" positiver oder anders sehen .. was sich dann auf deren Einstellung / Haltung gegenueber dem Land auswirkt, aber es ist einfach nur, dass man Fan der Mannschaft ist und deren Fahne hat ... alles andere finde ich albern ...
Michael am 09.06.2008 15:34
möchte damit gar keine politische, geschweige denn rechts-lastige Botschaft hinein interpretieren, aus dem grunde, weil die wenigsten, die ihre Fahne raushängen lassen, politisch, oder gar rechts sind. Ich finde, es ist nur n trauriges Zeugnis für die menschl. Gesellschaft an sich, dass sie so wenig Interesse an wichtigen Ereignissen hat, die dann vllt 2 Tage in den Medien eine Rolle spielen, weil gerade ein Gipfeltreffen ist, obwohl die Problematik durchgängig besteht. Die Thematik einer Sportart ist aber simpel genug um nicht nachdenken zu müssen und einfach genießen zu können. Deshalb macht es den meisten Leuten auch mehr Spaß, Fussball zu gucken als wichtigere Dinge des menschl. Zusammenlebens zu überdenken, was kein Vorwurf sein soll, sondern schlicht und ergreifend eine typisch menschl. Eigenschaft ist. Das man als Fan Zugehörigkeit zeigt ist ja auch okay, aber jetzt überall Deutschlandfahnen hin zu hängen, als ob wir den Weltfrieden verwirklicht hätten, halte ich für etwas übertrieben. Naja, ist ja ohnehin nur von kurzer Dauer. Da kann man wohl mal weggucken.
Was die Sache mit dem Fussballspielern angeht hast du wohl recht Lisa, die Gesellschaft gibt halt soviel Geld dafür aus, das ihnen soviel Kohle "zusteht", hinter ihnen eine ganze Armee von Managern usw. Trotzdem ließe sich durch entsprechende Gesetze für etwas moralisch vertretbarere und realitätsnähere Gehälter sorgen. Man könnte damit jede Menge gute Sachen finanzieren, und die Sportler würden durch Werbesachen plus ihrem Gehalt trotzdem noch Millionäre werden. Ich mein, was machen die denn schon groß, außer sehr gut Fussballspielen und viel trainieren. Auch andere Sportler trainieren hart, verdienen aber nichts daran. Und beschweren sich trotzdem nicht über ihr leben.
Kolibri am 09.06.2008 17:33
was eine lange diskussion, aber man wird des lesens nicht müde. ich denke, dass man nicht alle fußballfans über einen kamm scheren sollte. ich selbst interessiere mich zum beispiel für politik und engagiere mich auch für meine meinung, trotzdem mag ich es aber auch hin und wieder mal fußball zu gucken oder etwas anderes stumpfes zu machen. eine dumme serie oder telenovela ist für mich manchmal genau das richtige um abzuschalten, so freakig sich das anhören mag
Ireena am 09.06.2008 20:43
"Das man als Fan Zugehörigkeit zeigt ist ja auch okay, aber jetzt überall Deutschlandfahnen hin zu hängen, als ob wir den Weltfrieden verwirklicht hätten, halte ich für etwas übertrieben." ... eben das ist es ja nichts. Die Mansncahfft hat mit dem Land nichts zu tun. Es ist genau, das was ich meinte mir "es haben nur beide die gleiche Fahne" ... die Deutschlandfahnen die du so siehst, sind nur wegen des Fußballs draußen und haben _gar nichts_ mit dem Land / Politik zu tun ...
Michael am 09.06.2008 22:09
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