Allgemein
2007 wird das Jahr des Dub-Reggae. In ungezählten Sound-Küchen wird probiert, gemixt und gewürzt. Das Herz der Bewegung sitzt - zumindest was Deutschland betrifft – in Berlin, wo das Zusammentreffen internationaler Reisender im Zeichen des Reggae die produktivsten Kollaborationen hervorbringt. Ein umtriebiges multimediales Künstlerkollektiv macht dabei seit einiger Zeit von sich reden:
TIGER HIFI.
Unter der Federführung des Kreuzberger Sound-Wizzard Kraans de Lutin, der unter anderem das soeben im Riddim Leserpoll zum „Album des Jahres“ gekürte Debütalbum von Martin Jondo produzierte, entstehen gechillte Soundwelten, deren Magie man sich schwerlich entziehen kann.
Wie bei jeder guten Idee ist auch hier der Ansatz simpel: Durch die Übersetzung bekannter Songs ins Dub-Gewand gelingt es Tiger Hifi, auch den Nicht-Spezialisten unter den Hörern in das Universum smooth-schleppender Beats, magenerschütternder Bässe und drogendurchtränkter Delay-Orgien zu entführen.
Dabei werden die Songs nicht einfach nur gecovert, eher re-komponiert und -konstruiert, manchmal auch einfach – die freche Bemerkung sei gestattet – verbessert.
Die Songauswahl auf dem nun endlich vorliegenden, selbstbetitelten Debütalbum begeistert ebenso wie die perfekten Umsetzung: Von Weezer über Babyshambles bis hin zu Großpoppern wie Madonna und U2, von Stereo MC´s zu Cassius – viele der neuinterpretierten Kompositionen finden sich unter Garantie unter der Kategorie „Meine Lieblingssongs“ in so manchem Ipod... Ein weiterer Trumpf im Ärmel des Tigers ist das kongeniale Vokalistenduo Vido Jelashe und Olivia Christou, das es jederzeit versteht, die Seele eines Songs unter ihrer akustischen Verpackung freizulegen, zu packen und nicht mehr loszulassen. Die Kombination aus Olivias kühlem Sexappeal und Vidos ursprünglicher Stimmgewalt ist dabei einfach unschlagbar!
Dieses Album nimmt den Hörer auf eine Reise, die mit einer wunderbar deepen Version von „Sunday, Bloody Sunday“ beginnt und mit einer reduzierten, unglaublich souligen Interpretation von James Morrisons „You give me Something“ endet. Zwischenstationen und Höhepunkte sind unter anderem „Fuck Forever“ (Babyshambles), das melancholisch-zarte „King of my Castle“ (im Original ein minimalistischer House-Kracher von Wamdue Project) und natürlich Madonnas „Music“.
Das multinationale Quartett TIGER HIFI (Sänger Vido Jelashe ist Südafrikaner, Kraans de Lutin hat französische Wurzeln und Gitarrist Peter Barton polnische) hat ein stimmiges, rundes Album abgeliefert, das eine absolute Langzeitwirkung entfaltet, der man sich kaum entziehen kann!
Die musikalische Reife des Projektes verwundert dabei nicht, haben die einzelnen Mitglieder von TIGER HIFI doch bereits vor der Gründung der gemeinsamen Band an verschiedenen Projekten intensiv miteinander gearbeitet, wie z.B. bei den Produktionen für Martin Jondo, den New Yorker MC Mr. Complex und Mellow Mark, an Filmsoundtracks und als Remixer (für Neneh Cherry, Boundzoundz uvm.). TIGER HIFI entstand dabei im Dunstkreis der Studiomusiker und Bands rund um das Berliner Phlexton Studio quasi von selbst, ausgelöst durch gemeinsame Liebe zum Dub-Reggae. Sänger Vido Jelashe hat sich seine unschlagbaren Entertainer-Qualitäten auf den Bühnen Europas und Afrikas erarbeitet, wo er mit unzähligen Reggaeprojekten tourte und bereits 1990 mit seiner Crew „Reggae Regulars Band“ zu dem Liveact Kapstadts avancierte...
Versprochen: Wer einmal das audiovisuelle Erlebnis einer TIGER HIFI-Liveshow (mit den gefeierten Live-Visuals von Ultramoodem) oder das Album auf der Heimanlage genossen hat, wird sich noch oft zurück in diesen geheimnisvollen, lebendigen Dschungel begeben. Und gechillt zurückkehren – sofern der Tiger es zulässt...
Weblinks
Offizielle Seite von Tiger Hifi
MySpace-Seite von Tiger Hifi