Sisters

WIE ALLES BEGANN


2001: Im Herbst schlossen sich hierzulande zahlreiche afrodeutsche Künstlerinnen zum ersten Mal zu einem gemeinsamen musikalischen Statement zusammen. Mit den zwei Songs, beide veröffentlicht auf dem Album „Lightkultur“ von den „Brothers Keepers“ (WEA), warfen die Frauen einen recht großen Hut in den Ring. Die damaligen Sisters Keepers haben sich inzwischen neu zusammengeschlossen und sich in „Sisters“ umbenannt.

ENERGIE!


Nun gibt es sowohl die Band „Sisters“ als auch den Verein „Sisters e.V.“, der sich in erster Linie politisch und sozial zu Themen wie Gender, Rassismus, Bildungs- und Umweltpolitik engagiert . So absolvierten die Sisters mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung mehrere Schultouren unter dem Titel „Afrodeutsch“ und diskutierten in vielen Schulen mit mehren Hundert Schülerinnen und Schülern. Sie engagieren sich bei Konzerten gegen rechte Gewalt ebenso wie im Rahmen von Podiumsdiskussionen (z.B. bei der Aktion Mensch und dem Weltjugendtag) und führen HipHop- und Gesangsworkshops durch. Vor kurzem haben die Ladies mit großem Erfolg auf Einladung des Goethe Instituts eine ausgedehnte Italien Tournee absolviert. Wo hat man zuletzt so viel Engagement gesehen? - für die SISTERS selbstverständlich. Das Klischee von Frauen, die sich gegenseitig behindern: ausgelacht und widerlegt.

FRISCH ANS WERK, 2008


„Nothing has changed – we are living in a man's world,“ sind die ersten Worte der ersten, überfälligen LP der Sisters. Selbst jene, die im Lauf der gut gemeinten Berichterstattung über das Wirkungsfeld der Sisters Bescheid wussten, werden von diesem Album überrascht sein. Der Titeltrack „Gender Riots“ bounct auf einem Top 40-verdächtigen Beat. Mit Afrobeat-Antrieb im Rücken sortieren die Sisters ein paar Meilensteine der Musikgeschichte auf dem eigenen Spielbrett an: „Ain't no riot loud enough, ain't no woman proud enough!“ Onejiru, Mamadee, Meli, Nicole Hadfield, Tamika, Noah Sow und Namusoke sind die SISTERS. Sie werden auf ihrem Debütalbum darüber hinaus von Angela Ordu, Tesirée Kaitesi, Sonia Singh und Lisa Cash unter stützt.

In einer anderen Republik wären die Sisters vermutlich jetzt schon Stars. „Für mich sind sie so was wie der Supertanker unter den Frauenbands“, bestätigt Matthias Arfmann (Jan Delay, Patrice, Turtle Bay Country Club), der die Aufgabe hatte, aus unzähligen Geschmäckern, diversen Styles, Erfahrungswelten und Arbeitsmodi ein Album zu generieren. Das klingt, wie Onejiru sich erinnert, zunächst kniffliger als es sich dann in der Praxis darstellte:

„Es war nicht schwierig, die unterschiedlichen Geschmäcker zu bündeln. Zunächst einmal weil jede Sister die Wahl hatte, den eigenen (Lieblings-) Produzenten oder sich selbst musikalisch einzubringen. Wir wollten unterschiedliche und auch interessante Persönlichkeiten zusammenbringen, die gemeinsam an einem Projekt und auch an einer gemeinsamen Band arbeiten. Während wir die letzten Jahren die Vereinsarbeit bei Sisters e.V. durchgeführt haben, haben wir immer wieder festgestellt, dass eines sehr gut ankommt: „Geballte Kraft von Frauen“. Der Plan war auch immer, Inhalte aus den verschiedenen Blickwinkeln der einzelnen beteiligten Frauen zu präsentieren. Jede hat den eigenen Text und somit die eigene Realität eingebracht. Umso schöner, dass sich nach jeder Aufnahmesession ein rundes Bild ergab. Andererseits gab es auch hier die Gelegenheit (endlich) auszuprobieren, was man in dem eigenen Soloprojekt nicht so machen würde: sprich den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Matthias Arfmann hat dann schließlich aus den eingesendeten Rohsongs die herausgesucht, die einen „roten Faden“ für diese heißersehnte Platte ergaben.“

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