Allgemein
1983 im Süden Berlins als Schülerband gegründet, eroberte sich die Formation im Laufe der Jahre eine herausragende Stellung als Berliner Live-Band, sowie als eine der wichtigsten Vertreter der Deutschen Ska-Szene in den 1990er Jahren.
Die Spielart der Musikrichtung Ska der frühen 1980er Jahre von britischen Bands wie Madness, The Specials, Bad Manners, The Beat, The Selecter und The Bodysnatchers sowie New Wave-, Rock- (z. B. The Jam) und Punk-Bands (z. B. The Clash) waren Vorbilder für die Bandmitglieder von Blechreiz.
Die Band setzte fast ausschließlich auf selbst komponierte, getextete und arrangierte Songs. Diverse Umbesetzungen ließen den Stil über die Jahre variieren.
Im Sommer 1989 war mit der „einzigen Ska-Band aus Ost-Berlin“ Michele Baresi eine gemeinsame Tour durch die noch sicher eingemauerte DDR geplant, die zunächst dem Vor-Wende-Verwaltungschaos zum Opfer fiel, aber nach Mauerfall im Frühjahr 1990 umgesetzt wurde. In vielen der in dieser Zeit von Blechreiz bespielten Konzert-Hallen war die Band nicht selten die erste „West-Band“.
So gehörten Ende der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre Blechreiz mit Skaos aus dem bayrischen Krumbach, No Sports (Band) aus Stuttgart, The Braces aus Jülich, El Bosso & die Ping-Pongs aus Münster und The Busters aus Wiesloch zu den ersten Wegbereitern der Deutschen Ska-Szene und absolvierten miteinander zahlreiche Konzerte.
In den Folgejahren machten viele Konzerte und Touren in Deutschland, aber auch Gastspiele in Frankreich, London, Nord-Italien, Belgien, Österreich und Polen die Band mit ihrer Bühnenshow bekannt.
Ska war auch immer eine Musik für Skinheads. Blechreiz sympathisierte stets mit antirassistischen und antifaschistischen Skinheads und der weltweit verbreiteten antirassistischen Bewegung SHARP (SkinHeads Against Racial Prejudice / Skinheads gegen Rassismus).
1993 wählte das Berliner Konzertpublikum Blechreiz zur Besten Live-Band Berlins. Ein Konzert mit vielen Gast-Stars im Berliner Tempodrom erzeugte ein großes Presse-Echo.
Ab 1994 wurde mit der russischen Volxmusik-Band Apparatschik (Band) das Projekt SKASDROWJE ins Leben gerufen und als Big-Band russische Folklore im Ska-Rhythmus auf diversen Festivals dargeboten.
1995 wurde der Fernsehfilm „Which Side Are You On – Ska in Berlin“ gedreht, in dem Portraits der beiden Ska-Bands Blechreiz (aus West-Berlin) und Michele Baresi (aus Ost-Berlin) filmisch gezeichnet wurden.
1996 machten Blechreiz ihre große Abschiedstour durch Deutschland, das letzte Konzert gaben sie schließlich im SO36 in Berlin-Kreuzberg.
2008 gründet sich Blechreiz in Originalbesetzung der 90er wieder. Das Pilotkonzert fand vor 400 Personen im Roten Salon, Berlin-Mitte, statt.
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