BLACK GÉRARDO war derjenige Musiker, der als erster den Reggae in sein Heimatland Guinea brachte. Daher ist es nicht möglich, über Reggae in Guinea sprechen, ohne über BLACK GÉRARDO zu sprechen.
Er stieß damals jedoch auf erbitterten Widerstand. Die guineischen Radios weigerten sich, seine Musik zu spielen. Zahlreiche Interviews wurden aufgezeichnet, aber nie gesendet. Man erwartete von BLACK GÉRARDO, seine sozialkritischen und mitunter kämpferischen Texte abzuändern und wie die Griots in Preisgesänge auf bekannte Persönlichkeiten und großzügige Mäzene einzustimmen.
Zu diesem Zeitpunkt war er in der Elfenbeinküste, wo sein erstes Album „Babylon“ 1992 erschienen war, kein Unbekannter mehr. Die ivorische Musikszene war zur damaligen Zeit eine der am besten organisierten und lebendigsten in ganz Afrika. Abidjan stellte ein bedeutendes Zentrum der afrikanischen Musikkultur dar.
BLACK GÉRARDO verließ seine Heimat Guinea, da er nicht bereit war, seine Ideale für Geld und kurzlebigen Ruhm zu verraten.
Auf seiner nun folgenden Reise durch ganz Westafrika, vom Senegal bis nach Nigeria, erlebte BLACK GÉRARDO die kulturelle Vielfalt Westafrikas. Zugleich traf er aber immer wieder auf die gleichen Mißstände: Armut, Korruption, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen u.a. Dies sind auch die Themen, die er in seinen Liedern immer wieder aufgreift, um Aufmerksamkeit für diese Ungerechtigkeiten einzufordern.
Unterwegs begegnete BLACK GÉRARDO u.a. dem damals noch unbekannten Weltmusiker Salif Keita in der Elfenbeinküste. Dort traf er zudem auf Manfila Kanté und Tiken Jah Fakoly. Er besuchte Ras Kimono in Nigeria und erhielt eine Audienz beim großen Fela Kuti.
1995 kehrte er in den Senegal zurück, der bis heute eines der Zentren der westafrikanischen Musikszene darstellt. Dort trat BLACK GÉRARDO in Khalil Ngueyes berühmter Show „Boulevard des Stars“ auf. Es folgten Konzerte in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Seine Rückkehr nach Guinea blieb allerdings nur von kurzer Dauer. 1997 verließ er seine Heimat endgültig, nachdem mehrere Schüsse auf ihn abgefeuert wurden.
Nach längerer Zeit im westafrikanischen Exil lebt BLACK GÉRARDO seit Ende 2003 in Deutschland. Sein neues Album „Peuple de DIEU“ erschien im Januar 2007.
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