Homophobie auf Jamaika

In Zeiten in denen in Europa zunehmend Homo-Ehen befürwortet werden, scheint in anderen Ländern die Zeit stehen geblieben zu sein. So werden in Russland Homosexuelle offen diskriminiert und auf Jamaika sogar angegriffen und verpönt, als pervers und ekelhaft beschimpft. Auf Hilfe von der Polizei oder gar des Staates können diese Menschen nicht hoffen und so versuchen sie ihre Neigungen zu verbergen, ziehen sich vom Gemeinschaftsleben zurück und leben in ständiger Angst, dass jemand die "Wahrheit" erfahren könnte.

Was allerdings nur Wenige wissen, ist dass dieser Hass vieler Jamaikaner auf Schwule und Lesben auch in der deutschen Reggae Szene zu finden ist. Einige der in Deutschland populären Musiker wie zum Beispiel Beenie Man singen in ihren Liedern diskriminierende Texte und die Massen jubeln. Bei uns jedoch weniger aufgrund gleicher Einstellung als viel mehr aus mangelndem Textverständnis heraus. Sei es, weil die Texte zu schnell gesungen werden oder weil vielen die meist benutzte Sprache "Patois" einfach nicht zugänglich ist.

Menschenrechtsorganisation wie "Amnesty International" oder die "Human Rights Watch" bemühen sich seit vielen Jahren Vorurteile auf Jamaika abzubauen, doch diese sind seit vielen Generationen in der Erziehung verankert. An dieser Stelle möchten wir einige englische Berichte von Augenzeugen aufführen, die die Human Rights Watch Organisation gesammelt hat:

Police abuse prompting violence against men perceived to be homosexual:

The two male officers started to beat the man with batons. I turned to the female officer and asked, "What has he done wrong?" She turned to me and said, "Everyday me have to warn people about this guy coming on the beach. I'm going to lock him up." I said, "For what?" She didn't say. The two policemen said, "Beat him because him a battyman (homosexual)."

- Fred L., 30, who witnessed police beating a man perceived to be gay and then urging others to beat him because he was homosexual on June 18 2004 in Montego Bay. The man fled the police and according to local accounts, was chopped, stabbed, and stoned to death by a crowd.

Police abuse of people living with HIV/AIDS:

The police asked "Eh boy, how you look so, w’happen to you?” The person say, "I have AIDS and I want to take my medication.” Police say, "you must be battyman. [homosexual] Eh boy, eh boy, move your AIDS self from here. Mind me turn mi gun pon yuh and kill you. Watch out because I might turn my gun on you and kill you.

- Paul M., 40, told Human Rights Watch that in 2003 he was with a friend who had AIDS when the police approached them

Police interference with access to HIV prevention services:

Police always try to get in the way of handing out condoms. . . . Police say, "how can you be handing out condoms to battymen. . . . We do not encourage you to do this work because battymen fi dead. (gay men should be dead).”

- an AIDS outreach worker in Kingston

Amnesty International veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Berichte über die Situation der Schwulen- und Lesbenverfolgung auf Jamaika. Hier sind einige Auszüge, die auf www.amnesty.de nachgelesen werden können.

Jahresbericht 2005 von Amnesty International über Jamaika

Personen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzten, sahen sich nach wie vor Anfeindungen ausgesetzt. Im November forderte die Polizistenvereinigung Menschenrechtsgruppen auf, ihre »illegale Einmischung« einzustellen, und wirkte auf die Regierung ein, gegen Menschenrechtler Anklage wegen Aufwiegelung zu erheben.
Im November veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einen Bericht über Verstöße gegen Schwule und Lesben unter dem Titel »Hated to Death: Homophobia, Violence and Jamaica’s HIV/Aids Epidemic«. Nach der Veröffentlichung dieses Berichts meldeten Homosexuellenorganisationen eine Zunahme der Übergriffe und Drohungen gegen Schwule und Lesben.

Anmerkung: Den Bericht "Hated to Death: Homophobia, Violence and Jamaica’s HIV/Aids Epidemic" findet ihr unter http://hrw.org/reports/2004/jamaica1104/

Jahresbericht 2006 von Amnesty International über Jamaika

Schwule und Lesben sahen sich mit alltäglicher Gewalt und Diskriminierung konfrontiert. Im August wurden zwei Männer wegen homosexueller Handlungen zu zwei Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt, die Strafe allerdings für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Bei den Anhörungen waren die beiden Männer von aufgebrachten Menschenmengen beleidigt worden, die sich vor dem Justizgebäude versammelt hatten.
Im September erging Anklage gegen den populären Musiker Buju Banton. Er soll gegen sechs Männer gewalttätig geworden sein, die er für homosexuell hielt. Mehrere seiner Songtexte befürworteten Gewalt gegen Schwule und Lesben.
Im November fiel Steven Harvey, der sich im Kampf gegen AIDS engagiert hatte, offenbar aufgrund seiner Homosexualität einem Mordanschlag zum Opfer.

Das folgende Video vermittelt einen kurzen Eindruck darüber, wie auch hier bekannte Artists wie Elephant Man, Beenie Man, Sizzla oder Capleton, Textpassagen wie

"I'm dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays (...)"
- Beenie Man

oder

"(...) step on a queer man (...)"
- Elephant Man

benutzen:

http://www.youtube.com/watch?v=ur7HVi2rOM4

Zwar äußert sich Wyclef Jean gegen Ende des Videos in die Richtung, dass er es alles für Show halte (Ähnlich wie das Gangsta-Getue im deutschen HipHop), jedoch ist diese Position höchst fraglich, schaut man sich den folgenden ARD-Bericht über die lebensgefährliche Situation von Homosexuellen auf Jamaika an:

http://www.youtube.com/watch?v=lTe1JZu5hh4

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, was er von der Lebensweise andere Menschen hält, allerdings sollten solche menschen-verachtenden Äußerungen nicht millionenweise auf der ganzen Welt in Form von Musik Tracks gefeiert werden.
Kommentare
Hallo,

Übergriffe auf Homosexuelle sind unentschuldbar.
Jeder Mensch, der seinen Nächsten nicht schadet, sollte das Recht haben unversehrt seinen Geschäften nachzugehen.

Jedoch darf man bei Reggae nicht außer Acht lassen, dass im Grunde jeder jamaikanische Artist, den ich live auf der Bühne in Jamdung gesehen habe, "Disse" gegenüber Homosexuelle auf Lager hat.
Da nützen auch die regressiven Maßnahmen des Summerjam-Veranstalters nichts, die Artists darauf einzuschwören, eben genau diese Sprüche hier zu unterlassen.
Buju bringt auch immer noch auf Konzerten: BoomByeBye ina battybwoy head....
da helfen auch keine Riddim-Interviews in denen man die Wahrheit in dem Falle wohl nicht findet.

Also ist der Schluß daraus: die Europäer bekommen eine europäische Show geboten
die Jamaikaner eine jamaikanische...

das soll bitte keine Wertung sein!

Historisch betrachtet ist es noch gar nicht so lange her, dass auch in Deutschland homosexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit unter Strafe standen (1969??? wer weiß das genau??? - dann bitte ergänzen).
Und im Common Law, welches bis heute in Jamaica gilt, ist es genauso.
England änderte sein Gesetz auch irgendwann (ach diese Jahreszahlen.... aber ich glaube auch in den 70ern des letzten Jahrhunderts)...
in Jamaica hat sich da meines Wissens noch nichts getan (falls ich da nicht auf dem Neuesten Stand bin - bitte ergänzen.. soweit ich weiß gibt es da 10 Jahre für den sexuellen Akt).

Und wenn man die älteren Generationen in Deutschland befragt wird man auch einen höheren Prozentsatz derer finden, die Homosexuellen gegenüber auch nicht so aufgeschlossen sind.

Damit will ich nur sagen: gerade in Ländern, die mit ihrem Bildungswesen nicht so begünstigt sind, wie beispielsweise wir Europäer, und auch wegen der Ghetto-Situation und den existenziellen Nöten, dauert es länger als bei uns, bis sich Toleranz durchsetzen kann.

Ein weiterer Punkt ist die Bibel:
Jamaikaner (egal ob Rastas oder die aus den 2000000 verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften) lesen die Bibel offenbar noch etwas genauer und halten sich gerade an den Stellen an welchen Gott die Unzüchtigen straft wohl besonders gerne auf - wogegen Jesus' Predigten der Nächstenliebe wohl nicht so viel Gewicht zu haben scheinen - zumindest in dem Punkt die Homosexualität betreffend.

Wenn es aber um die Musik geht:
Peter Tosh, Bunny Wailer ... von uns schon so früh durch die ersten Bob Marley Produktionen beliebt: haben ihre Schwulenfeindlichekeit nie verborgen....

was tun?

kein Reggae mehr hören?

also für mich ist das definitiv keine Alternative!

und Zensur auch nicht!

Ich habe in Jamaica einige Schwule mit Stöckelschuhen und Perücke gesehen, die auch zum Teil auf Veranstaltungen als Alleinunterhalter der Massen dienten, indem sie einfach eine Show abgezogen haben... keine Mordaufrufe sondern Beifall und Gelächter waren die Folge....

Ich will nicht sagen, dass diese Meldungen falsch sind, jedoch, wenn man die Masse der Tunes zusammenzählt, die man als Aufruf zur Gewalt gegen Schwule nennen könnte, dürfte es schon lange keine Homosexuellen auf der Insel geben.

Nicht dass ich das runterspielen will, da auch ich jeden einzelnen Übergriff schlimm finde und unentschuldbar (s.o. erster Satz), aber im Kontext stellen die Lyrix ein besseres Feindbild dar als die Taten (zum Glück!).

Ich denke auch dass sich die Situation dahingehend mit den Jahren bessern wird (es sei den Jamaikas Wirtschaft bricht gänzlich zusammen).

Zensur wird nur den Hass auf Weiße und Schwule schüren.

Fahrt rüber und redet mit den Leuten teilt Eure Erfahrungen und Euer Wissen mit ihnen, das sind keine schlechten Menschen, nur weil sie eine andere Meinung haben (da ist meiner Meinung nach die wahre Toleranz gefragt: LOVE!)!

Man könnte sagen die Haltung in Jamaika gegenüber Homosexualität ist "obsolete" und somit bedarf es nur ein wenig mehr Zeit.

Denn gewaltsam (Artists nicht mehr buchen, andere wirtschaftliche Maßnahmen, wie Tourismus zurückzuschrauben, etc.) wird nicht das gewünschte Ergebnis bringen.

Und als letztes: was ist mit Eminem (und dem ganzen Genre HipHop).... Eminem iss auch damit durchgekommen, oder erinnert sich noch einer an seine schwulen-diss-tiraden?

Gut er hat dann Elton John geknutscht (wie auch immer).



Leben und leben lassen - Gott allein wird richten!

Ras Tafari

Ras Tafari am 21.08.2007 17:20
Was du schreibst ist komplett korrekt. Wir wollten mit diesem Artikel nur einmal anregen, dass sich der ein oder andere vielleicht auch mal mit den nicht deutschen Texten auseinander setzt.

Ich gehe schon davon aus, dass sich auch diese Einstellung auf Jamaika ändern wird. Und dort ist sicherlich einiges mehr durch Religion und alte Traditionen geprägt. Darum denke ich eigentlich, dass sich im Laufe der Zeit, wenn sich auf Jamaika im Bezug auf Bildung höhere Standards durchsetzen, die Leute sich auch dann damit mehr auseinandersetzen. Nur wird das natürlich grade bei den Ärmeren oder sehr religösen Menschen noch wohl einige Zeit dauern.

Für mich kommt auch ein kompletter Boykott der entsprechenden Artists eher nicht in Frage, da es, wie du schon richtig gesagt hast, bei fast allen jamakanischen Artist der Fall ist (auch bei den "alten Größen"). Es geht nur darum, dass man vielleicht weiß, was einige Textstellen überhaupt bedeuten, da ich eher jemand bin, der gerne weiß, was er mitsingt, bzw. was er nicht mitsingt.
Michael am 21.08.2007 21:29
Yes Ras! Fi real! Ob allerdings nur bessere Bildungschancen etwas an dem "Problem" ändern, weiß ich nicht. Auch up-town-Bonzen haben da ihre Probleme mit. Weitere Gründe für die Homophobie sind hygienische, historische bzw. psychosoziale (anale Vergewaltigung war eine der Foltermethoden der perversen Slavemaster) und biologische (der einzige Grund warum es zwei Geschlechter gibt ist die Fortpflanzung - gleichgeschlechtlicher Sex macht keinen Sinn). Zudem steht umgangsprachlich "Sodomie" unter Strafe, d. h. analer Verkehr mit Männern, Frauen, Tieren - und nicht expizit homosexuelle Handlungen. In der Realität findet dieses Gesetzt aber wohl kaum noch Anwendung. Ebenso haben die homophoben Lyrics wohl kaum bis keine Auswirkung auf den Alltag. Auch wenn`s für manche zynisch klingt: gemessen an der riesigen Mordrate unter der JA leidet sind homosexuelle Opfer weit unterreprasentiert (ca.5% einer Bevölkerung sind homosexuell, aber in den letzten 5 Jahren wurden "nur" 30 Menschen homosexueller Prägung ermordet - und d.h. nicht daß deren Prägung auch Mordmotiv war). Die Jamaikaner haben kurz gesagt andere Probleme als "funny" Leuten nachzustellen. Wenn diese sich an gewisse Spielregeln halten, toleriert man sie auch.
Auch deswegen finde ich es sehr "schade", daß dem Thema Homophobie eine völlig übertriebene Aufmerksamkeit gegeben wird. Viel wichtiger wäre die hiesige Szene über Armut, Kriminalität, Politik, Überschuldung, nationale und internationale Ausbeutung, Situation der Kinder etc. aufzuklären.Warum läßt sich Helloweed.de bzw. Lisa und Michael vor diesen Wagen der Homosexuellen-Lobby spannen? Der oben genannte ARD-Beitrag (Link) ist auch einfach so übernommen worden. Dieser ist extrem einseitig und teilw. sogar falsch. Um eines nochmal kurz klar zu stellen : (fast) jeder Mord ist einer zuviel (speziel wenn es sich um Unschuldige handelt - wobei Tötungen von Individuen in JA natürlich auch oft für extrajudikale Gerechtigkeit sorgen). Ich habe als "politisch Korrekter" vor einiger Zeit auch schon mit Vertretern von Outrage (brit. Homoverband) diskutiert. Dabei wurde mir klar, daß es sich von deren Seite um Rache, Selbstherlichkeit und Rassismus handelt.
Wenn Homos auf teilw. sehr aggressive und arrogante Weise das Recht zur Auslebung ihrer Neigungen fordern, haben aber auch Heteros das Recht ihre Abneigung zu äußern. Die Homos sollten ebenso tolerieren, daß ihre Praktiken andere u.U. anwiedern (Anm.: das betrifft auch Sado-Maso-Perverse etc., nicht nur Homos). Zum Thema Patois bzw. Verstehen der Texte: Lisa und Michael führen an, daß diese nicht verstanden werden. Dies aber auch nur wörtlich und nicht inhaltlich. Denn Patois ist auch eine sehr direkte Sprache und selbst wenn man denkt das Wort verstanden zu haben, hat man noch lange nicht den Inhalt bzw. die "message" kapiert. "Bun" ist nicht gleich "bun", "kill" ist nicht gleich "kill". Da sollten die hiesigen Kids doch lieber bei der europäischen Popmusik nach Reggae-Art bleiben.
Oder lebt einfach damit, daß Jamaikaner Musik für sich und Musik für euch machen und nebenbei noch irgendwelche Verpflichtungserklärungen unterschreiben. Ananzi ( inoff. jam. Nationalheld) läßt grüßen.

Jamaica is not fi sell!

Bless up Sando
Sandokhan am 24.08.2007 08:40
Das das Verstehen der Wörter nicht dem Verstehen des Sinnes gleich kommt ist korrekt, allerdings hat das auch keiner behauptet. Ich schrieb, dass es um die Anregung zur Auseinandersetzung geht. Da gehört für mich natürlich erstmal das Verstehen der Wörter zu. Aber dann geht es weiter um zu gucken, was es bedeuten kann / soll, auf den Context bezogen (und damit meine ich nicht alleine den Lyrischen. Auch soziales Umfeld und "Sitten & Bräuche" der Artists und des Landes.)

Sätze wie "Warum läßt sich Helloweed.de bzw. Lisa und Michael vor diesen Wagen der Homosexuellen-Lobby spannen?" finden bei mir jedoch keinerlei Verständnis. Es geht nur um das allgemeine Aufmerksam machen auf ein Problem. Ich finde es nicht richtig zu sagen: "Es war da immer so und das ist aus folgenden Gründen so entstanden ...". Die Tatsache, dass es dort der Fall ist, rechtfertigt die Sache nicht. In keinem Fall. Uns geht es nur darum, um überhaupt einmal das Thema anzusprechen.

Leider fehlt uns die Zeit um es so detailiert wie möglich und in all seinen Details zu beschreiben, jedoch haben wir hier einen kleinen Denkanstoß hingesetzt, der eine interessante Diskussion anstößt. So ein Artikel kann nie alles sein, aber durch eure beiden Beiträge wächst er zu etwas heran, was Leute informiert, da so auch andere Facetten beleuchtet werden.

Sollte ihr aber gerne etwas dazu schreiben wollen, können wir das auch gerne mit in den Artikel aufnehmen.
Michael am 24.08.2007 12:38
OK, Michael. Das Thema bzw. Problem ist längst bekannt und über Gebühr (fast) überall behandelt worden. Nochmal: das Breitwalzen in unseren Breitengraden steht in keinem Verhältnis. Deswegen finde ich es schon interessant, warum es immer wieder auf "die Titelseite" kommt. Das meinte ich mit "vor den Wagen spannen". Oder ist das Thema nur für`s Sommerloch .
Zu "Es war schon immer so....": Es geht nicht um rechtfertigen, aber um verstehen. Denn nur wenn man ein Problem und seine Enstehung begriffen hat, kann man effektiv etwas dagegen tun. OK, dies ist eine allgemeingültige Aussage. Es trifft aber auch hier zu. Man verdammt eine "Kultur "( die interessanter Weise gar nicht so ist wie es dargestellt wird, s.o.) ohne sich irgendwie mit ihr auseinander zu setzen, sprich diese "begreifen" zu wollen. Ein (wenn auch weithergeholtes) Beispiel, kein Vergleich!!: Die US-Regierung und ihr Krieg im Irak: ohne jede Kenntnis von bzw. unter strikter Weigerung der Analyse der islamischen Kultur und Ursachen des Terrorismus wird ein Land zerstört und wundert sich angesichts der eigenen Ignoranz und Arroganz über die Folgen. Analog dazu das Problem des Rechtsextremismus etc....
P.S.: Warum hat eigentlich noch niemand den Emmanzenvereinen veraten was im Dancehall bzw. Reggae so alles über die PumPum gesagt wird. Da könnte man doch auch einen gewaltigen Flächenbrand entfachen.

Soo.....nah watch nah face, seen.

Bless up Sando
Sandokhan am 24.08.2007 18:58
Dir und einigen Anderen ist es bekannt, jedoch haben wir einige gesproche, denen das noch gar nicht bekannt war und die wissen es nun auch bzw. dank eurer Reaktionen auch ein bisschen besser warum und wieso. Genau das sollte das hier erreichen. thx.
Michael am 25.08.2007 02:19
Ich finde wann kann über das Thema nicht oft genug reden. Das erste "Argument" der Schwulenhasser ist meist: Da reden wird nichtmehr drüber weil es schon genug besprochen wurde. ICh versteh einfach nicht wie man sich auf das niveau eines Nazis herunterlassen kann , sei es als Sänger oder auch als Selecta. Die müssen doch wissen dass sie mit schwulenfeindlichen und Gewaltverherrlichenden Lyrics den Youths auf Jamaica nix gutes tun, sie sind deren vorbilder. Wenn dann so Aussagen wie vor den Wagen der schwulenverine Spannen lassen finde ich auch einfach ein Zeichen dass einem die Argumente ausgehen. Was soll das heissen (fast) jedre Mord ist einer zuviel? Gehts noch? Mord bleibt Mord egal wen man umbringt und wegen was, da sind die Jamaicaner dann aufeinmal nimmer so Bibelfest wenns heisst du sollst nicht töten, aber wenns heisst ein Mann soll nicht neben einem Mann liegen wie neben einer Frau dann wird das sofort 1:1 übernommen,und das ist einfach nur scheinheilig! Ich glaube sehr wohl auch dass die ganze Homophobie eine Ergebnis von Armut und schlechter Schulbildung ist. Leute die nix haben, irgendwo in ner blechhütte hausen, die brauchen einfach irgendwas was ihnen sagt, alles wird gut: die Bibel.
Gut eigentlich dürfen uns wir Katholiken eh auch nicht aufregen wenn man die Entgleisungen Ratzingers ansieht..
Für mich ist und bleibt es ein verbrechen jemanden umzubringen oder ihm öffentlcih den Tod zu wünschen, egal ob das total anders gemeint ist oder nicht, wir in Europa müssen nicht jeden scheiss aus jamaica oder den USA blind nachmachen.
garvey am 28.08.2007 07:34
@ Michael: ich finde das Ziel einer interessanten Diskussion ist doch schon mehr als nur Ansatzweise erreicht.

Ich denke, das auch dieser Diskussion Toleranz den Meinungen gegenüber gut tut und bin auch der Ansicht, dass dies ein existentes Thema ist, welches Beachtung finden sollte.

Jedoch glaube ich auch das Ghetto Musik einfach Ghetto Musik ist und man dies akzeptiert und liebt so wie es ist oder man sollte andere Musik hören, denn Zensur ist nicht mein Mittel zun Zweck, denn Zensur zu betreiben halte ich für eine Nazi-Einstellung, nicht nur im Nationalsozialismus gerne angewandt, sondern auch szeneübergreifend: Sozialismus, Diktaturen und alle existenten Pseudo-Demokratien bedienen sich dieser Mittel (und diese Oligarchen sind die wahren Nazis, da sie auch die wirtschaftlichen und somit die infrastruktuellen Modalitäten vieler Länder bestimmen- und somit auch die Bildung).

Um Armut als Träger dieser Einstellung nicht zu verstärken muss doch der Tourismus angekurbelt werden, müssen doch genau diese Artists hier auf Tour gehen, ihre Platten gekauft und in der Dancehall gespielt werden.

Der Weißenhass hat sich auch gebessert in den letzten 25 Jahren - durch Kennenlernen und Austausch der Kulturen (ist aber immer noch vorhanden).

Ich sehe das als einziges Mittel die Hürden zu überwinden.

Sodomie (eigentlich Unzucht mit Tieren, soweit ich weiß - später erst als Bezeichnung für Analverkehr verwendet worden), Kinderfickerei, Vergewaltigung sind Schandtaten, die wirklich stark mit einfließen in das Wort: BattyBwoy und jamaican patois (patwa) ist sehr wandelbar, wie Sandokhan auch schon sehr richtig bemerkte.

Nicht jeder Diss oder Aufruf zu Verbrennungen bei denen BattyBwoy vorkommt gilt auch einem Schwulen, Bounty Killer könnte damit auch Beenie Man gemeint haben.

Nicht jedes Wort ist auf die Goldwaage zu legen.

Jedoch würde ich hier in Deutschland auch jedem Singer und Dj raten solche Textpassagen in eigenen Lyrix zu meiden. Soweit stimme ich Herrn Garvey zu.

Obwohl in Homosexualität rein evolutionär betrachtet wohl selbstverständlich nicht die Zukunft der menschlichen Rasse liegt, habe ich bei Hassausbrüchen wie: Kill BattyBwoy wheyevah dem go! das Gefühl, dass es nicht nur in der Diskussion um Reggae andere Themen gibt über die man reden sollte, sondern es auch artists gibt, die nicht mit voller Gewalt nur um möglichst schnell nen Forward einzuheimsen auf eben nur dieses eine Thema zurückgreifen wollen- auch in den Lyrix hat man als Artist selbst die Wahl.

How it ago go von Buju beschreibt auf der anderen Seite ne nachvollziehbare story, bei der ich auch ausraten würde.

Jedoch einfach nur seinem Hass für Forwards mit unzusammenhängenden Lyrix kundzutun ist auch als Artist wohl eher ne Low Budget Version (5 Minuten reimen - fertig iss der Tune).

Ich finde die Diskussion kontrovers und halte meine Meinung selbst für kontrovers.

Naja, aber in der Mitte ist meistens der breiteste Pfad und der Weg soll ja bekanntermaßen das Ziel sein.

Letztendlich betrifft es auch unsere Bildung, überhaupt zu wissen was in Jamaica vorgeht, somit lernen wir ja auch viel aus der Karibik - was aber keinesfalls heißen soll jeden Scheiss nachmachen zu müssen, jedoch sollte man nicht die Augen verschließen sollte vor den Gründen und Hintergründen verschiedener Meinungen.

Babaroots, herbs, dreadlocks, sunshine, girls, stage shows, meditation, naiyabingi drums, maroon town, riverfalls, gunshots,
artists get bottled pon stage, studios, artists, dubplates, more herbs...

also Jamaica hat mir viel gezeigt und gegeben, vieles kannte ich schon aber etwas anders, andere Dinge habe ich erst dort kennengelernt und mache sie gerne mit offenen Augen nach - denn ob ich die Traditonen aus deutschen Landen übernehme oder andere (selbst Nihilismus gab's schon) - der erste ist man selten und somit eigentlich immer - copy cat.


@ sandokhan: ich glaube das jamaikanische Recht bestraft nur Schwule keine Lesben? ist das richtig - ich meine wahrheitsgemäß (scheiss p.c. und ich meine nicht den Computer - political correctness ist sooo anstrengend)?

@ garvey: die artists in Jamaica bekommen zwar Vorbildsfunktion wenn sie erfolgreich sind, sie bleiben aber Produkte = Menschen ihrer Umwelt. Du kriegst den Typ aus dem Ghetto raus - aber das Ghetto nicht aus dem Typ - klingt scheisse, muss auch nicht immer stimmen, ich halte es aber für ne gute Grundregel, die man nicht vergessen sollte. Die müssten auch erstmal feststellen wer sie überhaupt sind.

Ich glaube das Leben im Ghetto lässt dich dein verletzliches, verständnisvolles Ich ziemlich auf Sparflamme schrumpfen - falls überhaupt noch messbar vorhanden.

Das kann man ganz gut mit den Charactären aus den Filmen vergleichen, welches im Ghetto so großen Anklang finden, da wird dann automatisch so lange die Rolle des oberharten Obergangsters gespielt bis es auch wirklich so ist.

Und genau so sehe ich Reggae Music:

Entertainment - so wie Action-Movies und andere Genres:

da gibt slackness, guntunes, Battybwoytunes, reality chatt amm

Im Grunde kann man selbst die Teachings verschiedener Artists auch kaum ernst nehmen, wenn sie erstens im nächsten Moment wieder Bun Battybwoys kreischen und daheim Waffen für einen Guerilla-Krieg aufbewahren.
Von I-Tal singen und bei McDonalds essen.
Von der einen Frau singen und 50 Weiber mit 60 Kindern haben.
Von clean sex singen und sich einen lutschen lassen.
Von Junkies und Crackheads chatten und sich selbst die Nase pudern.
Sich als Energy God bezeichnen, aber nur noch 1/4 der Tunes singen können, weil ihnen die Puste ausbleibt und sie auf Playback und 2 Background-DJ's (Sänger) zurückgreifen müssen.

Eben Entertainment - an Reggae ist nichts heiliges - Reggae ist das Leben im Ghetto in Jamaica.

So lautet meine Meinung, bin aber auch keinem böse, der dies anders sieht.

Mann ich wäre gerne wie Salomon! - vielleicht wüßte ich dann mehr!


Ich sehe diese Diskussion eigentlich als sehr Positiv an und hoffe noch auf mehr Meinungen.

1luv - Rastafari a much muor dan jus' a reggae music - not true!

de Iyah flush!
Ras Tafari am 28.08.2007 13:24
@ ras

Das man auf Jamaica sowas nicht unterbinden kann ist mir schon klar, aber zumindest hier in europa braucht man das auch nicht noch zu unterstützen, ich selbst habs in letzter Zeit einige male erlebt dass ich den Selecta fast zum ausrachten brachte als ich gefragt hab ob dass denn sein muss dass er nicht nur 1 oder 2 solche tunes spielt sondern gleich 45 minuten quasi durchgehend. Dann kann man sich beleidigen lassen und muss zum teil froh sein keine in die Fresse zu kriegen, und da is IMHO Schluss mit Lustig. Ich werde auch in Zukunft, falls ich solche Tunes höre den Soundsystems mitteilen dass das nicht ok ist. Denn es gibt IMHO wiedermal vielzuviele die zwar auch (am Stammtisch) drüber schimpfen aber nicht die Eier haben STOP zu sagen, vielleicht aus angst sie stehn dann als Spaßbremse da.

wenn du mit den Waffen auf Sizzla anspielst kann ich nur zustimmen, der Typ ist einfach nur unglaubwürdig wenn er einerseits herzzereissend singt wie lieb er Mami doch hat und andererseits. sodomite an battybwoy gunshotten will um sie endlich loszuwerden, oder alles Pussies haben muss, und dabei noch extra erwähnen muss dass er nicht vergewaltigt.. um dann im nächsten tune wieder vor andächtigkeit davonzuschweben..

irie

garvey
am 28.08.2007 15:20
Yes Garvey,

ich teile auch die Ansicht das jeder Mord einer zuviel ist und mit Sizzla hast Du auch recht.

Ich sehe nur, dass ich entweder Sizzla so spiele, wie er ist und der MC zum Sound besagte Aufrufe unterlässt zu unterstützen, oder spiele Sizzla ohne Grenzwertigekeiten (ohne die Tunes die sauer aufstoßen) mit dem Wissen was eigentlich noch dahintersteckt!
andere Konsequenz: Sizzla nicht spielen?

Kommt für mich nicht in Frage auch wenn ich nicht all seine Ansichten teile.

Auch wieder kontrovers, aber da komme ich wohl nicht mehr raus.

Auftrittsverbote, Zensur, etc. halte ich für Mittel, die gegenteilige Effekte haben.

@ garvey: Aber ich versteh' Dich auch.

Guidance


Ras Tafari am 28.08.2007 23:39
@Ras: Vermutlich werden Lesben in JA nicht juristisch verfolgt, weil diese ja auch keinen analen Verkehr haben (davon gehe ich zumindest aus). Es können aber sehr wohl Heteros belangt werden, wenn sie analen Verkehr mit ihrem hetero. Partner haben oder sich z.B. an einer Ziege anal vergehen. Im Alltag wird dieses Gesetz - wie ich oben schon erwähnte - aber wohl kaum noch angewandt oder es kommt zu Bewährung bzw. geringen Geldstrafen. Zudem ist es in JA nicht anrüchig, wenn Frauen zusammenleben. JA ist (noch) eine matriarchalische Gesellschaft. Männer haben`s da schwerer. Und auch jam. Frauen haben so ihre Vorbehalte gegen Schwule/Bisexuelle (wie schon gesagt u.a. aus hygienischen Gründen).

Zum Thema "Mord": Dann nenne ich es eben Totschlag, Selbstverteidigung oder Notwehr. Kommt jeweils auf den Fall an.
Wer die Verhältnisse auf JA kennt, weiß, daß dies eben eine oder die letzte (wenn auch nicht die optimale) Lösung ist. Wenn der Staat nicht in der Lage oder gewillt ist Gunmen, Vergewaltiger oder Kinderschänder (oder andere "Terroristen") zu stoppen, dann nehmen die Leute sich des Problems eben selber an.
Auch wenn`s ja eigentlich nicht zum Thema gehört: Das Leben auf JA ist eben wesentlich ambivalenter. Viele hier im reichen und sicherem Europa können dies eben nicht nachvollziehen. Sie werfen alles in einen Topf. Natürlich kann z.B. ein Sizzla von Liebe singen (als Ideal) oder seine Mutter preisen und dabei die (gewalttätige und ungerechte) Realität nicht übersehen. Diese Leute hier können sich den Luxus der political correctness und "bitte keine Gewalt" leisten. Sie denken , daß z.B. ein Sizzla ihren Vorstellungen von Liebe und Harmonie entspricht. Und sind dann entäuscht, wenn Sizzla was mit Waffen zu tun hat. In JA haben auch normale Leute Waffen ohne gleich gunmen zu sein. Sie glauben diese zum eigenen Schutz oder zum Schutz ihres Viertels zu brauchen. Wer hier also solche großen Probleme mit
Reggae und Dancehall hat, sollte doch lieber europäische Popmusik nach Reggae-Art hören.

Also, nah watch nah face!

Bless up Sando
Sandokhan am 29.08.2007 08:40
@ Sando:

thanx für den ersten Teil Deiner Ausführung, klingt logisch (im Kontext).

zur "Sizzla" Problematik: ich habe auch kein Problem mit ner Waffe oder so und auch mit Sizzla nicht, ich habe nur diese Darstellung um meinen Standpunkt diplomatisch klarzumachen.
Ich spiele jeden Tune der mir gefällt.
Als BattyBwoy Tune könnte man da ja auch Frenzy von Sanchez aufführen... da hört die Freundschaft bei mir lange schon auf, da ich auf solche Tunes nicht verzichten werde.

Ich wundere mich nicht über Sizzla, habe selbst im Ghetto in Jamaica gewohnt und habe zugegegbener Maßen eine Affinität was Waffen betrifft und auch mir geht PC (political correctness)meistens nur auf den Sack - genau wie diese Basisdemokratie-Scheisse.

Ich bin Anarchist, glaube an Gott, lese alle Bücher die ich bekommen kann und lebe nach ethischen Grundsätzen, die ich mit mir selbst ausmache, ich scheisse auf bürgerliche Moralvorstellungen....

dies nur dazu, wie gesagt ich wollte diesen Wege der Darstellung der Gegensätze im Reggae (weiter oben) nur wählen um den Leuten zu zeigen welche Konsequenzen dieses Wissen nach deren political-correctness Vorstellungen haben müsste.

Aber nochmal zu Sizzla: die Darstellung es handelt sich um Waffen zur Selbstverteidigung hört glaube ich schon beim ersten Maschinengewehr auf (und Sizzla hortet noch viel mehr - wie gesagt, das reicht für nen Bürgerkrieg). Ein bis zwei Knarren würden ja dicke reichen, aber nein - er muss gleich den ganzen Katalog von Heckler und Koch bestellen.

Klar ist das die Mentalität Dinge selbst zu regeln, wenn man eh keine Hilfe bekommt, aber was zuviel ist, ist zuviel und meiner Meinung nach hat nicht nur Sizzla zuviele Waffen, trotzdem lasse ich ihn damit rumspielen, wenn er es braucht - Toleranz und eine gesunde Selbsteinschätzung (der würde mich abknallen, wenn ich seine Sammlung anrühre :-))

So das war es dazu...


man sollte aber wirklich nicht alles verteidigen oder als unveränderbar darstellen, was in Jamaica passiert, vieles ist zwar kaum nachvollziehbar, aber das heißt auch nicht, das es so gut ist, wie es ist.

me nuh watch nuttin' but me plants grow yah-so an' ina de ghetto, seen!



Blessings
Ras Tafari am 29.08.2007 14:55
Babylon call it what you whaan fe call it !
Homosexuality is a abomination to di lawd !
A man who love JAH cyaant love people who spit inna H.I.M. face in disrepecting di hola man and woman concept an try to make lifestyle outta it ! Iman a bun dat straight ! To Iman it is a mental sickness ! Di highest form of vanity !
Iman nah whaan I children fe wit dem wickedness !
Iman ago gi dem a hard time all I life ! Cause BattyBoy cyaant multiply - so dem hav fe die ! Natural !
Respect JAH rule - bun dis tolerance-sick-society !
JAH concept rule creation - Ispect to di Ighest !
Chant dem down as I would say !

SELASSIE I Idance and Itection
RASTAFAR I di Allmighty I

No joke Iyah mek

RAS SEVEN
Homophobia ? What a bumbaclat ! am 21.09.2007 11:33
"Stand up for your rights"
(oder: Die schönste Moral ist die Doppelmoral)

Zunächst mal großen Dank an Euch von Helloweed, die dieses Thema mal wieder auf den Plan gerufen haben!! Und sofort stellt sich mitunter wieder mal die - mehr oder weniger - große und - mehr oder weniger - deutliche Beschwichtigungszeremonie ein: Ein "Ja alles ganz ganz schlimm, aber das ist ja nur so symbolisch und niemals so richtig ernst gemeint" hier und ein "das muss man verstehen, schließlich liegt das alles an der weißen Unterdrückung in der Vergangenheit" da. Mag ja alles sein - oder auch nicht. Ist aber auch egal. Denn alles wäre wahrscheinlich ganz klar, würde man einfach mal Parameter beliebig austauschen:

Denn wären es nicht Dreads und Weed, sondern Kampfnacken und Bier, hieße der Gott nicht Jah sondern Adolf und würden in den Songs Juden oder Ausländer "symbolisch" verbrannt und nicht "nur" Schwule und Lesben, würde hier wahrscheinlich niemand darüber diskutieren, ob Auftrittsverbote etwas bringen oder nicht. Oder ob es okay ist wenn sie's nur nicht in Deutschland singen (oder nicht.) Und niemand würde sich mit eventuellen Symboliken und anderen Erklärungsversuchen der Rechtfertigung zufrieden geben.

So ziemlich alle würden wahrscheinlich (und hoffentlich!!) ein geschlossenes "Stand Up for your Rights" in die Luft schreien und das Mär von "Peace & Love" wäre dann vielleicht einmal keine zynische Karikatur.

Wo also ist der Unterschied?

Und jetzt?
Kein Reggae und Dancehall mehr hören?
Genau falsch! Aber HINzuhören ist doch nicht zuviel verlangt - Genau wie beim (Porno)Rap und (Nazi)Punk!

Und alle, die jetzt schon dabei sind, fleißig Worte wie "übertrieben" oder "gegenseitige Toleranz" u.a. in die Tastatur hacken sei gesagt: mit TOLERANZ hat DAS überhaupt nichts zu tun.
Das Wort für das was ihr meint heißt IGNORANZ!

PS: Und noch was: Dass Gott es letztendlich richten wird ist eine nette Vorstellung und ich möchte keinem in dieser Hinsicht zu nahe treten. Nur kann jemand der selbst oder Angehöriger von Opfern schwulenfeindlicher oder rassistischer Übergriffen ist wahrscheinlich eher weniger etwas mit dieser Prophezeiung anfangen.
Geräteschuppen Plus am 07.10.2007 18:56
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Coralyn am 21.12.2011 04:06
cywuKu zuwzibkghyyz
nujvfd am 21.12.2011 10:04
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