Erster Gulu Walk in Berlin
Der 21 Jahre dauernde Bürgerkrieg in Uganda hat nicht nur das Land zerstört, sondern vor Allem auch die Menschen – allen voran diejenigen, die am wenigstens etwas für oder gegen die Situation tun konnten: die Kinder.
1,7 Millionen Menschen wurden vertrieben und tausende Kinder wurden zu sogenannten “Nachtpendlern”. Jede Nacht pendelten sich in die Stadt-Zentren von Gulu, Kitgum und Pader um der Gefahr zu entgehen verstümmelt, vergewaltigt, entführt oder von der Lord's Resistance Army (LRA) getötet zu werden.
Um diesen Kinder zu gedenken, die oftmals als Kindersoldaten in den Krieg ziehen mussten, fand am 24. April 2005 der erste Gulu Walk in der Stadt Gulu statt. Die Menschen wanderten mit Kerzen durch die Straßen und gedachten aller gefallenen Kinder.
"Der GuluWalk ist ein Marsch durch die Stadt, der die Aufmerksamkeit der Menschen und der internationeln Gemeinschaft auf die Bitten der Menschen lenken will, deren Kinder in der Hand von Rebellenarmeen sind, deren Kinder gefallen sind und deren Kinder überlebt haben. Immer noch sind viele Kinder verschwunden, viele sind gestorben und diejenigen, die nach Haus zurückkehren konnten, stehen vor unlösbar erscheinenden Herausforderungen - der Versöhnung mit ihren Familien und Dorfangehörigen, dem Aufbau einer Lebensgrundlage, ohne eine reguläre Schulbildung genossen zu haben, in einem zerstörten Land mit traumatisierten Menschen und mit eigenen traumatischen Erfahrungen." - Auszug aus dem offiziellen Flyer

Kurze Zeit später fanden auch in anderen Städten und Ländern die ersten Gulu Walks statt und so folgte nach mittlerweile 100 Städten in den USA, Japan, Frankreich und Kanada auch Deutschland am 24. April mit dem ersten Gulu Walk in Berlin.
"Aktion Rote Hand"
Die Demonstration startete mit der "Aktion Rote Hand", ein Projekt, dass unter Anderem von amnisty international, terre des homes oder der Kinder Not Hilfe unterstützt wird. Dabei werden Handabdrücke in roter Farbe gesammelt, die so unweigerlich an blutige Hände erinnern und ein Symbol an die Politik senden sollen. Mittlerweile wurden in Deutschland fast 150.000 Abdrücke gesammelt.
Nach dem eigentlichen Zug über den Kurfürstendamm in Berlin endete die Demonstration dann in einer Abschlusskundgebung mit Reden und Live Musik. Leider konnte die Hauptrednerin Beatrice Amony nicht vor Ort sein, schickte ihre Rede allerdings vorab nach Deutschland. Die Rede selbst könnt ihr euch rechts im Player anhören (deutsch & englisch).
Weblinks
Mehr Infos zu den nächsten Gulu Walks und der “Aktion Rote Hand” findet ihr hier:
www.guluwalk-berlin.de
www.guluwalk.com
www.aktion-rote-hand.de